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Höhere Bundeslehranstalt
für wirtschaftliche Berufe

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Am 11.4.2011 machte die HL IIA im Rahmen des fächerübergreifenden Projektes “Letters to the Stars, Begegnung mit ZeitzeugInnen”, einen Ausflug ins jüdische Viertel von Wien. Die 27 SchülerInnen und die 2 Professorinnen Mag.a Martha Vogl und Mag.a Gudrun Richter unternahmen unter der Leitung von Herrn Himmelbauer, der extra aus Linz anreiste, einen Stadtspaziergang im 2. Bezirk.

Am Anfang der Tour besichtigte die Klasse Denkmäler und Stolpersteine, die an die Judenvernichtung erinnern. Stolpersteine sind kleine vergoldete Täfelchen, die in den Boden eingelassen wurden. Sie sahen auch Kirchen und „versteckte“ Synagogen. „Versteckte“ Synagogen bedeutet, dass Synagogen nicht an der Hauptstraße oder prunkvoll erbaut werden durften, sondern hinter Hausfassaden oder Hinterhöfen versteckt waren.

Die SchülerInnen sahen jüdische, bewachte Wohnanlagen, jüdische Menschen und koschere (kultisch reine) Geschäfte. Sie besuchten außerdem einen kleinen Buchladen von Frau Winkler, die als Erwachsene zum Judentum konvertierte.

Anschließend hatte die Klasse die Möglichkeit, die liberale Synagoge von Or Chadasch zu besuchen. Dort wurde ihnen von jüdischen Festen berichtet und noch einmal erklärt, was „kosher“ bedeutet: dass kein Schweinefleisch, kein Hüftfleisch vom Rind, keine Milchprodukte mit Fleisch (Bibelzitat: „Du sollst das kleine Böcklein nicht in seiner Mutter Milch kochen!“) und keine Fische ohne Flossen und Schuppen (Wels, Aal, Shrimps, …) gegessen werden. Erlaubt sind Säugetiere, die sowohl Paarhufer als auch Wiederkäuer sind und Fische, die sowohl Flossen als auch Schuppen haben. Außerdem erzählte ihnen das Vorstandsmitglied dieser Synagoge, dass vor Pesach alles geputzt wird, das Brot ungesäuert gegessen wird (Mazzes), keine gesäuerten Krümel im Haus sein dürfen und dass man für das Pessachfest eigenes Geschirr verwendet, auf dem noch kein Sauerteig lag.

In der Bibliothek der Synagoge bekamen die Jugendlichen liturgische Gegenstände zu sehen, die Menorah, den 7-armigen Leuchter; einen Pessachteller; einen Kiduschbecher für den Wein beim Segen zu Pessach, Torazeigestab, … Den Abschluss des Besuches in der jüdischen Welt Wiens bildete der Besuch eines koscheren Supermarktes.

Es war ein sehr schöner und lehrreicher Ausflug für die HL IIA aus der HLW Tulln.

Philomena und Michi, HL IIA